Herzinsuffizienz Integrierte Versorgung IV Vertag Hausarzt Fulda Künzell
Integrierte Versorgung Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz heisst Herzmuskelschwäche. Diese kann durch verschiedene andere Krankheiten bedingt sein. Die häufigsten Ursachen sind jahrelanger Bluthochdruck und gestörte Durchblutung der Herzkranzarterien. "Integrierte Versorgungsverträge" sind Direktverträge zwischen Krankenkassen und Ärzten ohne Einbeziehung der Kassenärztlichen Vereinigung. Lesen Sie hier den Text der AOK zu dem Projekt in Osthessen, an dem auch unsere Praxis mit Erfolg teilnimmt:
Vertragspartner des Vertrages zur Integrierten Versorgung Herzinsuffizienz der AOK-Hessen sind die teilnehmenden Ärzte des Gesundheitsnetzes Osthessen (GNO). Der Vertrag wurde im Mai 2006 geschlossen. 150 Haus- und Fachärzte sind Mitglieder des GNO. In der Region in und um Fulda werden ca. 500 überwiegend ältere AOK-Versicherte mit stark ausgeprägter Herzinsuffizienz betreut.
Zielsetzung des Vertrages ist, die medizinische Qualität der Versorgung durch engere Betreuung dieser Patienten zu verbessern. So gilt es, Doppeluntersuchungen und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden, die Medikation zu optimieren und den Lebensstil der Patienten nachhaltig positiv zu beeinflussen.
Herzinsuffizienz, eine in unterschiedlicher Ausprägung auftretende Herzschwäche, ist eine Erkrankung, die überwiegend im höheren Alter auftritt. Menschen mit Herzschwäche verursachen aufgrund der häufigen Krankenhausaufenthalte hohe Kosten - pro Jahr und Patient in etwa 10.000 Euro. Werden die Warnzeichen für eine drohende Verschlechterung des Krankheitszustandes rechtzeitig erkannt, lassen sich viele Klinikeinweisungen vermeiden. Eine akute Verschlechterung der Herzschwäche äußert sich beispielsweise durch Wasseransammlungen im Körper, die wiederum zu einem plötzlichen Gewichtsanstieg führen. Eine speziell ausgebildete "Patienten-Betreuerin" ruft alle in das Programm eingeschriebenen Patienten in einem festgelegten Turnus an. Sie spricht mit ihnen über wichtige Gesundheitsparameter wie Gewicht, Blutdruck und die Medikamenteneinnahme.
Bei Erreichen des individuellen Grenzwertes wird ein Alarm ausgelöst und die "Patienten-Betreuerin" kann sofort auf eine drohende Verschlechterung des Krankheitszustandes reagieren. Bei Bedarf wird der behandelnde Arzt eingeschaltet. Oft verhindert das schnelle Eingreifen einen Krankenhausaufenthalt. Besonderer Wert wird auf eine zwischen den Arztgruppen genau abgestimmte und sinnvoll dosierte Medikation gelegt. Die teilnehmenden Haus- und Fachärzte können hierfür auf eine eigens eingerichtete, patientenbezogene Datenbank zurückgreifen und kennen damit immer die aktuellen Probleme eines Patienten. Auch Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen sollen kooperativ eingebunden werden, damit ein möglichst umfangreicher Informationsaustausch zwischen den Medizinern stattfinden kann.
Schon zu Beginn der Teilnahme erfahren die Patienten eine umfangreiche Schulung zur Herzschwäche mit vielen Anregungen zur aktiven Anpassung des Lebensstils. Schwerpunkt der Patientenvorteile ist eindeutig eine bessere fachübergreifende Zusammenarbeit: Die Forschung habe gezeigt, dass durch eine intensivere Betreuung von Herzinsuffizienz-Patienten der Leistungsaufwand und damit die persönliche körperliche Belastung des Patienten um 20 bis 30 Prozent gesenkt werden könnten. Damit leben die Patienten länger und besser. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Gesundheitsnetz Osthessen auf leitliniengestützte Therapie in enger Abstimmung zwischen den Behandlern, eine umfangreiche Schulung, Fernbetreuung der Patienten durch eine "Patienten-Betreuerin" am Telefon und auf den abgestimmten Einsatz von Telemedizin.
Mit dem Einsatz einer gesicherten Patientenakte in Abstimmung mit dem Patienten nutzt das Gesundheitsnetz Osthessen das Know-how und die erprobte Technik des Telemedizinanbieters ArztPartner almeda für die qualifizierte Patientenkontakte. Das Netz in und um Fulda ist mit dem Einsatz dieser Informationstechnik vielen anderen Projekten zur Integrierten Versorgung weit voraus und rundet die zwischenzeitlich vielfältigen Angebote der AOK zur Integrierten Versorgung in Hessen auch für Herzpatienten der Region gelungen ab.
