DMP Asthma bronchiale COPD Hausarzt Fulda Künzell

DMP Asthma bronchiale und Chronische Bronchitis

In Deutschland leiden etwa fünf Prozent der Erwachsenen und zehn Prozent der Kinder an Asthma bronchiale. Von diesen Menschen entwickeln wahrscheinlich 15 bis 20 Prozent eine obstruktive Lungenerkrankung.


Obstruktive Lungenerkrankung (engl. Abkürzung COPD) heisst, dass die Atemwege chronisch verengt sind, sodass sich eine Überblähung (Emphysem) der Lunge entwickeln kann. Eine solche Überblähung ist immer mit Untergang von funktionstüchtigen Lungengewebe (Alveolen) verbunden. Somit ist die chronische Belastungsluftnot eine der vielen Folgen der COPD. Im Gegensatz zum Asthma bronchiale ist bei einer solchen chronisch obstruktiven Bronchitis die Bronchialverengung nur geringfügig oder gar nicht beeinflussbar. Häufigste Ursache der COPD ist das Rauchen.


Asthma bronchiale
ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege, die mit anfallsartiger Atemnot aufgrund einer Verengung der Bronchien einhergeht.
Es gibt allergische und nicht-allergische Formen.


Abgestimmte Behandlung besonders wichtig
Beim Asthma bronchiale und der COPD ist ein längerer Behandlungsablauf notwendig. In ihrer chronischen Verlaufsform handelt es sich um Erkrankungen, bei der Haus- und Fachärzte zusammenarbeiten müssen. Bei den chronischen obstruktiven Atemwegserkrankungen vermag die Patientin oder der Patient durch Selbstmanagement und über eine Verhaltensänderung bei bestimmten Risikofaktoren, zum Beispiel durch Aufgabe des Rauchens, den Krankheitsverlauf erheblich zu beeinflussen. Diesem Umstand wird im Rahmen der strukturierten Behandlungsprogramme Rechnung getragen.

Mit dem Behandlungsprogramm oder auf englisch "Disease-Management-Programm" (DMP) Asthma bronchiale / COPD können Ärztinnen und Ärzte ihre Patienten einschreiben. Besondere Zielgruppe des Asthma-DMP sind Kinder und Jugendliche, bei ihnen ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung.


Stärkeres Selbstmanagement des Patienten

Um den Krankheitsverlauf abzuschwächen und die Lebensqualität zu erhöhen, setzt das DMP auch auf stärkeres Selbstmanagement des Patienten, besonders wenn es darum geht, Asthma auslösende Faktoren zu vermeiden und den Gesundheitszustand durch Training zu bessern. Der Patient profitiert durch eine Teilnahme von einer frühzeitigen Diagnostik, einer interdisziplinären und sektorübergreifenden Kooperation der Ärzte sowie durch eine qualifizierte Schulung und individuell erarbeiteten Therapiezielen.


Versorgungsebenen
Das DMP sieht zwei  Versorgungsebenen vor. An der ersten Versorgungsebene nehmen Hausärzte teil, die zweite Versorgungsebene bilden Lungenfachärzte.

Patienten schreiben sich in der ersten Versorgungsebene ein
Bei den Ärzten in der ersten Versorgungsebene schreiben sich die Patienten in das DMP ein. Die Ärzte koordinieren die Behandlung, führen Patientenschulungen durch (Genehmigung in unserer Praxis gegeben) und überweisen, wenn nötig, an Fachärzte oder in ein am Vertrag teilnehmendes Krankenhaus.

Die Ärzte der zweiten Versorgungsebene übernehmen die Behandlung nach Überweisung durch den koordinierenden Arzt. Sie führen auch Patientenschulungen durch. Spätestens nachdem das Quartal, das nach der Überweisung folgte, abgelaufen ist, soll der Patient an den koordinieren Arzt zurück überwiesen werden.

In das DMP können sich Patienten freiwillig einschreiben, wenn die Diagnose gesichert ist. Dafür wurden verschiedene Kriterien erarbeitet, bei Asthma beispielsweise der Nachweis einer bronchialen Hyperreagibilität. Achtung: Eine gleichzeitige Einschreibung ins DMP Asthma und COPD ist nicht möglich. Einer Teilnahme an einem anderen DMP, zum Beispiel Diabetes, steht nichts im Wege.

Auch unsere Praxis führt Schulungen für Asthma und COPD durch.
Die Teilnahme am DMP ist bei manchen Kassen mit einem Erlass der Praxisgebühr verbunden. Fragen Sie Ihre Krankenkasse!