Arterien-Check

rot: Pulsschlagadern oder Arterien; blau: Venen

Im Arterien-Check untersuchen wir Ihre Schlagadern (=Arterien) von Kopf bis Fuss:

  1. Arteriendruckmessung an allen Extremitäten (ABI-Messung)
  2. Ultraschall-Untersuchung der Bauchschlagader
  3. Farbdopplersonografie der Halsarterien

Ziel der Untersuchungen ist es zu prüfen, ob bei Ihnen eine Arteriosklerose vorliegt und damit ein Risiko für Durchblutungsstörungen der Organe besteht.

Sinnvoll ist der Arterien-Check bei jedem

  • Raucher,
  • Diabetiker,
  • Bluthochdruckpatienten,
  • mit hohem Cholesterin 
  • Mann ab 50 und
  • jeder Frau ab 60 Jahren.

Arteriosklerose heisst krankhafte Verhärtung und Verkalkung von Arterien, die unsere Organe mit Sauerstoff versorgen. Arterien werden auch Schlagadern oder Pulsadern genannt.

Die bekanntesten und häufigsten Folgen der Arteriosklerose sind der Herzinfarkt und der Schlaganfall, aber auch andere Organe können durch Durchblutungsstörungen betroffen sein wie z.B. Auge, Niere, Darm und Muskulatur. Die wichtigsten  Ursachen der Arteriosklerose sind Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes mellitus und das Rauchen.

Zwei weniger bekannte, aber bedeutsame Folgen der Arteriosklerose sind die Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit) und das Aneurysma (Aussackung) der Bauchschlagader. Im Gegensatz zu aufwendigen Katheteruntersuchungen können wir gerade diese Störungen mit einfachen Messverfahren frühzeitig erkennen und den oft tödlichen Komplikationen vorbeugen. Herzkreislauferkrankungen sind nach wie vor die häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt.

1. Arteriendruckmessung aller Extremitäten (ABI-Messung)

Unsere Praxis verfügt über ein neu entwickeltes Messgerät der Firma BOSO, mit dem wir zeitgleich die Blutdrucke an beiden Armen und Beinen prüfen. Die Software errechnet den sog. Knöchel-Arm-Index (engl. ABI), der der  Früherkennung einer Arteriosklerose der Beine (Schaufensterkrankheit s.u.) dient und Aussagen zum Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls ermöglicht.

Die neue Methode arbeitet mittels Oszillometrie, also genauso, wie es unsere automatischen Oberarmblutdruckmessgeräte schon lange tun. Vorteil gegenüber der konventionellen Dopplermessung mit der Dopplersonde: weniger von der Erfahrung des Untersuchers abhängig, delegierbar, einfach, sauber, schnell. 

Zudem kann durch zeitgleiches Messen des Blutdrucks an beiden Armen geprüft werden, ob evtl. eine Durchblutungsstörung der Armarterien vorliegt. Sie ist zwar seltener als die der Beine, hat aber große Bedeutung bei der Blutdrucktherapie. Denn es gilt: massgeblich ist der höher gemessene Wert, wenn ein signifikanter Unterschied zwischen linkem und rechtem Arm vorliegt.

Blutdruckmanschetten an Unterschenkeln und ...
Oberarmen anlegen, messen, fertig.

Die Peripher Arterielle Verschlußkrankheit (PAVK) oder auch
"Die Schaufensterkrankheit"

Wenn Durchblutungsstörungen der Beine (bes. der Waden) zu Schmerzen beim Gehen führen, sprechen wir von der "Schaufensterkrankheit" Wenn die Betroffenen stehen bleiben, lässt der Schmerz wieder nach, weil dann die Muskeln wieder genügend Sauerstoff bekommen.
Da Patienten mit einer arteriellen Verschlusskrankheit der Beine in 90 % auch erkrankte Herzkranzgefäße (Risiko Herzinfarkt) und in 50 % erkrankte Gehirnarterien (Risiko Schlaganfall) aufweisen, sollte die Diagnose frühzeitig gestellt werden. Wenn Sie zur Risikogruppe gehören, empfehlen wir Ihnen, sich möglichst bevor es zu oben genannten Beschwerden kommt untersuchen lassen. Denn wenn die ersten Symptome auftreten, versterben 30 % binnen 5 Jahren.

 

 

2. Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader

Ultraschalluntersuchung der Bauchaorta

Das Bauchaortenaneurysma ist eine fortschreitende Aussackung der Hauptschlagader (Aorta), die besonders häufig im Bauchbereich auftritt und durch nachlassende Elastizität der Gefässwand bedingt ist. Die besondere Gefahr dieser Gefässausbuchtung ist ein Einreissen der Schlagader, einem plötzlichen, schmerzhaften Ereignis, das in 90 % der Fälle nicht überlebt wird. Die Rissgefahr steigt mit dem Durchmesser. Die Aorta ist normalerweise 1,5 bis 2 cm dick. Heute wird ab einem Durchmesser von > 5 cm eine Gefässersatzoperation erwogen, denn bei 5,5 cm beträgt die Rupturrate schon 11 % pro Jahr und bei größer 6 cm schon 20 % pro Jahr.
Bei Durchmessern zwischen 2,5 – 5 cm müssen regelmässige Kontrolluntersuchungen mit Ultraschall erfolgen, der Blutdruck sorgfältigst eingestellt werden und das Heben schwerer Lasten vermieden wird. Das Aortenaneursysma geht meist ohne Vorboten einher, jährlich versterben ca. 2 % der Männer an einem Aortenriss durch diese Aussackung.

Methode der Wahl zur Früherkennung ist die Ultraschall-Untersuchung der Bauchaorta.

 

3. Farbdoppler-Sonografie der Halsarterien

Die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern prüft, ob Verengungen oder Ablagerungen an den Arterien vorliegen, die den Kopf versorgen: die vorderen Halsschlagadern, die sich beidseits in innere und äußere Arterie aufteilen sowie die hinteren durch die Halswirbelsäule ziehenden Arteriae vertebrales.
Mit dem Farbdoppler (auch Carotis-Duplex genannt) lässt sich der Blutfluss bunt darstellen und der Grad einer Verengung bestimmen. Die Untersuchung dient der Schlaganfallvorsorge und gibt durch Messung der Arterienwanddicke (sog. Intima-Media-Dicke) Hinweis auf das Ausmaß der Gefährdung.