Herzkreislauf-Check, EKG, Langzeit-EKG, Belastungs-EKG Arzt Fulda Künzell
Herzkreislauf-Check
Unser Herzkreislauf-Check besteht aus
- einem Ruhe-EKG,
- einem Belastungs-EKG
- einem Langzeit-EKG.
Lesen Sie hier das Wichtigste zu diesen drei Untersuchungen:
Das Ruhe-EKG
Was ist ein EKG (Elektro-Kardio-Gramm)?
Im Herzen entsteht bei jedem Herzschlag ein schwacher Strom mit einer Spannung von ca. 1/1000 Volt. Bei der Elektro-Kardiographie (EKG) werden diese elektrischen Aktivitäten des Herzens abgeleitet und in Form von Kurven aufgezeichnet. Es resultiert ein immer wiederkehrendes Bild der elektrischen Herzaktion. Elektrokardiographie heißt Darstellung der Herzstromkurve.
Wie funktioniert die Elektro-Kardiographie?
Im Herz befindet sich ein spezielles Reizbildungs und -leitungssystem, in dem die elektrische Erregung entsteht und sich ausbreitet. Dadurch wird die Kontraktion des Herzens, also seine Pumpfunktion ermöglicht.
Die Erregung hat ihren Ursprung im Sinusknoten, einem bestimmten Bereich im rechten Vorhof des Herzens. Der Sinusknoten wird auch als Schrittmacher bezeichnet, da er das Herz mit einer bestimmten Frequenz antreibt. Vom Sinusknoten gelangt der elektrische Impuls über das herzeigene Erregungsleitungssystem zu den Muskelzellen.
Diese elektrischen Impulse werden mit Hilfe von Elektroden (Metallplättchen) abgeleitet. Die Elektroden werden dazu auf den Armen, Beinen und dem Brustkorb angebracht. Ein EKG-Gerät verstärkt diese Impulse und stellt sie entweder als EKG-Kurve auf einem Bildschirm dar oder druckt sie auf einem Papierstreifen aus.
Wozu braucht man eine Elektro-Kardiographie?
Der Arzt erhält durch das Elektro-Kardiogramm Auskunft über:
Herzrhythmus und -frequenz
Störungen der Erregungsbildung, -ausbreitung und -rückbildung im Erregungsleitungssystem und in der Herzmuskulatur
Durch Kurvenveränderungen im Elektro-Kardiogramm können folgende Erkrankungen erfasst werden:
Herzinfarkt: Bei einem Infarkt werden Herzmuskelzellen zerstört. In diesem zerstörten Bereich kann folglich keine Erregung mehr stattfinden, was wiederum zu typischen Signalen im EKG führt.
Erkrankungen der Herzkranzgefäße: Durch geringere Durchblutung eines bestimmten Muskelareals kommen Erregungs-Rückbildungs-Störungen zustande.
Überdosierung bestimmter Medikamente
Mangel oder Überfluss bestimmter Mineralstoffe: Einige von den Mineralstoffen beeinflussen nämlich die Reizleitung
Vorhofflimmern oder -flattern und Kammerflimmern oder -flattern
Zu langsamer Herzschlag (Bradykardien) bei Erkrankungen des Sinusknotens oder AV-Knotens
Herzmuskel-Entzündung (Myokarditis)
Herzbeutel-Entzündung (Perikarditis)
Das EKG kann auch Hinweise auf eine Verdickung der Herzwand oder eine abnorme Belastung des rechten oder linken Herzens liefern.
Auch Behandlung und Verlauf verschiedener Herzerkrankungen werden mittels EKG kontrolliert.
Wie wird die Elektro-Kardiographie durchgeführt?
Vor jedem EKG sollte der Patient dem Arzt mitteilen, welche Medikamente er einnimmt, denn manche Medikamente können die Herzaktivität beeinflussen.
Bei einem Ruhe-EKG liegt der Patient entspannt da. Bevor die Messelektroden auf die Haut aufgesetzt werden, müssen bei starker Brustbehaarung die Haare teilweise abrasiert werden.
Dann wird ein elektrisch leitendes Gel oder Desinfektionsmittel auf die Messpunkte aufgetragen. Die Messpunkte befinden sich auf allen vier Extremitäten und der Brustwand. Dabei werden an der Brustwand sechs Elektroden in bestimmter Reihenfolge angebracht. Die Elektroden sind mit dem EKG-Gerät verbunden, über das nun die elektrische Herzaktivität gemessen wird.
Nach der Untersuchung entfernt der Arzt die Messelektroden wieder und wertet das EKG aus.
Das Belastungs-EKG
Was ist ein Belastungs-EKG?
Beim Belastungs-EKG wird ein Elektrokardiogramm unter körperlicher Belastung geschrieben. Im Herzen entsteht bei jedem Schlag ein schwacher Strom mit einer Spannung von ca. 1/1000 Volt. Ein Elektrokardiogramm zeichnet diese elektrischen Herzaktionen auf und gibt sie als Kurven wieder.
Wie funktioniert ein Belastungs-EKG?
Das Belastungs-EKG wird nach dem gleichen Prinzip wie das Ruhe-EKG erstellt. Im Unterschied zum Ruhe-EKG wird das Belastungs-EKG aber unter körperlicher Aktivität erstellt. Dazu wird z.B. ein stationäres Fahrrad oder ein Laufband verwendet. Die Arbeitsleistung wird in Watt gemessen. Dabei entsprechen:
25 bis 50 Watt normalem Gehen
75 bis 100 Watt zügigem Gehen, Treppensteigen, langsamem Radfahren und Schwimmen
150 Watt Joggen und schnellem Radfahren
Wozu dient das Belastungs-EKG?
Beim Belastungs-EKG werden Arbeitsleistung und dabei auftretende Veränderungen der Herz- und Kreislauffunktion gemessen (Ergometrie). Deshalb wird es zur Diagnose und zur Beurteilung folgender Krankheiten erstellt:
Koronare Herzkrankheit (KHK: Erkrankung der Herzkranzgefäße)
Belastungshypertonie (Bluthochdruck unter körperlicher Belastung)
Herzrhythmusstörungen unter körperlicher Belastung
Beurteilung der medikamentösen Therapie bei koronarer Herzerkrankung und Bluthochdruck
Beurteilung der Belastbarkeit nach Herzinfarkt und Herzoperationen
Was ist im Vorfeld eines Belastungs-EKG zu beachten?
In einigen Fällen darf ein Belastungs-EKG nicht durchgeführt werden. Dazu zählen
Akuter Herzinfarkt: Hier darf in der Regel innerhalb der ersten zwei Wochen nach dem Infarkt kein Belastungs-EKG durchgeführt werden.
Instabile Angina pectoris (AP): Angina pectoris ist das Leitsymptom bei einer koronaren Herzerkrankung. Eine Angina pectoris ist oftmals gekennzeichnet durch ein Druckgefühl hinter dem Brustbein mit Ausstrahlung in die linke Schulter und den linken Arm. Für eine instabile Angina pectoris ist symptomatisch: jede erstmalig auftretende Angina pectoris, Ruhe-Angina und eine zunehmende Häufigkeit, Dauer und Intensität der Schmerzanfälle.
Hohe Ruhe-Blutdruckwerte von 220 zu 110 Millimeter Quecksilber (mm Hg) oder darüber
"Frische" Thrombose (Blutpfropfbildung) oder Embolie (Verschluss eines Gefäßes durch ein in die Blutbahn verschlepptes Gebilde)
Schwere Herzfehler, wie z. B. fortgeschrittene Aortenklappenstenose
Unter Umständen müssen bestimmte Herzmedikamente vor einem Belastungs-EKG abgesetzt werden. Fragen Sie Ihren Arzt, ob und ab wann Sie welches Ihrer Medikamente nicht mehr einnehmen sollen. Setzen Sie keinesfalls eigenmächtig Medikamente ab!
Wie wird ein Belastungs-EKG durchgeführt?
Vor dem Belastungs-EKG erstellt der Arzt erst ein Ruhe-EKG. Je nach Verfügbarkeit wählt er nun eine Methode zur Durchführung des Belastungs-EKG aus. Oft wird die Fahrradergometrie, also ein stationäres Fahrrad, eingesetzt. Der Patient kann dabei sitzen oder liegen. Die Belastungsintensität wird meist alle zwei Minuten um 25 bis 50 Watt gesteigert. Dabei wird das EKG registriert und der Blutdruck mindestens am Ende jeder Belastungsstufe und eine Minute nach Belastungsende.
Die Untersuchung wird vorzeitig beendet, sobald eine der im Folgenden genannten Situationen eintritt
Muskuläre Erschöpfung
Erreichen der maximalen Herzfrequenz: Das entspricht 220 minus Lebensalter.
Blutdruckerhöhung auf mehr als 240 mm Hg (systolisch) oder höher als 120 mm Hg (diastolisch)
Neu auftretende EKG-Veränderungen und Rhythmusstörungen
Atemnot, Blässe, Schwindel
Angina pectoris
Fehlender Blutdruckanstieg unter Belastung
Blutdruckabfall
Ziel des Belastungs-EKG ist es, die maximale Herzfrequenz des Patienten zu erreichen. In diesem Fall ist die Untersuchung aussagekräftig.
Welche Komplikationen können bei einem Belastungs-EKG auftreten?
In sehr seltenen Fällen entsteht beim Belastungs-EKG ein Lungenödem, eine Flüssigkeitsansammlung in der Lunge. Auch Kammerflimmern oder Herzinfarkt ist möglich. Daher sollte bei einem Belastungs-EKG immer ein Arzt in der Nähe sein.
Das Langzeit-EKG
Was ist ein Langzeit-EKG?
Bei einem Langzeit-EKG wird ein Elektrokardiogramm meist über einen Zeitraum von 24 Stunden, aber auf alle Fälle über 18 Stunden aufgezeichnet.
Das EKG stellt die abgeleitete und in Form von Kurven sichtbar gemachte elektrische Aktivität des Herzens dar. Es ist somit Ausdruck der Herzerregung.
Wie funktioniert ein Langzeit-EKG?
Die Registrierung eines Langzeit-EKGs funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie eine einmalige EKG-Aufzeichnung. Die elektrischen Impulse, die im Herzen bei jedem Herzschlag entstehen, werden mit Hilfe von Elektroden (Metallplättchen) abgeleitet.
Wozu dient ein Langzeit-EKG?
In folgenden Fällen ist die Durchführung eines Langzeit-EKGs sinnvoll:
Zum Nachweis bzw. Ausschluss von Herzrhythmus-Störungen
Zur Diagnose von Synkopen: Eine Synkope ist ein kurzer Bewusstseinsverlust, der Sekunden bis Minuten andauern und unterschiedliche Ursachen haben kann, z.B. einen Herzklappenfehler oder Herzrhythmus-Störungen, die vor allem durch längere Pausen gekennzeichnet sind.
Zur Therapiekontrolle einer Behandlung von Herzrhythmus-Störungen oder nach der Einsetzung eines Herzschrittmachers
Wie wird ein Langzeit-EKG durchgeführt?
Bei einem Langzeit-EKG werden mindestens zwei Brustwandableitungen über meist 24 Stunden aufgezeichnet. Dazu werden sechs Metallplättchen (Elektroden) in bestimmter Reihenfolge an der Brustwand angebracht. Die Elektroden sind mit einem EKG-Gerät verbunden. Das EKG-Gerät ist in diesem Fall besonders klein und kann vom Patienten ohne Probleme am Körper, z.B. am Gürtel, befestigt werden. Außerdem verfügt es über ein spezielles Speichermedium für die einzelnen EKG-Aufzeichnungen, z.B. ein Magnetband.
Bei einer Langzeit-EKG-Untersuchung ist auch wichtig, dass der Patient seine Beschwerden und Tätigkeiten in diesen 24 Stunden genau beobachtet, aufschreibt und dem Arzt mitteilt. Dann kann der Arzt eventuelle Veränderungen im EKG mit entsprechenden Beschwerden bzw. Tätigkeiten in Zusammenhang bringen.
Welche Komplikationen können bei einem Langzeit-EKG auftreten?
Diese Untersuchung ist praktisch risikolos. In seltenen Fällen kommt es zu einem juckenden Ausschlag im Bereich der Elektroden.


