Lungenfunktion Messung Lunge Hausarzt Fulda Künzell

Lungen-Check

beide Lungenflügel im Brustkorb

Wir atmen täglich ca. 20.000 mal, ohne dass uns dieser Vorgang bewusst wird. Erst fortgeschrittene Beeinträchtigungen der Lunge bekommen wir zu spüren, am ehesten in Form von Luftnot. Desto langsamer dieser Prozess währt, desto weniger bewusst wird er uns.

Gerade deshalb macht der Lungen-Check Sinn als Vorsorge-Massnahme!

Die häufigste Lungenerkrankung ist bedingt durch Asthma und chronische Bronchitis. Durch verengte Atemwege gelingt es uns aufgrund der aktiven Atemmuskulatur zwar Luft einzuatmen, doch die Ausatmung ist erschwert und führt zu einer langsamen Überblähung der Lungenbläschen, die wir Emphysem nennen und die mit einem Verlust an Sauerstoffübertragungsfläche in der Lunge einhergeht.

Andere Lungenerkrankungen schränken die Lungenkapazität durch Entzündungsprozesse (Sarkoidose, Pneumonien, Alveolititis, Staublunge etc.), Störungen der Lungenblutgefäße (pulmonale Hypertonie, Herzinsuffizienz, Herzklappenfehler etc.) oder der Lungenentfaltung durch Tumore, Ergüsse u.a. ein.

Insbesondere das Rauchen und allergische Krankheiten beeinträchtigen sowohl die Atemwegsfunktion als auch die Lungenkapazität durch chronische Entzündungsprozesse. Hier hilft die Lungenfunktion, frühzeitig Erkenntnis zu gelangen und therapeutische Massnahmen einzuleiten.

Was prüfen wir beim Lungen-Check?

Der Lungen-Check besteht aus einer Lungenfunktionsprüfung, der Spirometrie. Dabei werden Lungen- und Atemvolumina gemessen und graphisch im Spirogramm dargestellt.

Wie funktioniert die Spirometrie?

Zur Erfassung der Lungenvolumina wird ein Spirometer benötigt.

Der Patient atmet über ein Mundstück in ein Atemrohr, wobei die Nase mit einer Nasenklemme verschlossen wird. Dabei misst das Spirometer elektronisch die Kraft, mit der ein- und ausgeatmet wird, und die Menge der geatmeten Luft pro Zeit. Die Luftmengen, die bei diesen Atemzügen bewegt werden, bildet das Gerät grafisch ab. So kann auch ein direkter Vergleich der Messwerte aus verschiedenen Tests erfolgen.

Wozu dient die Spirometrie?

Durch Messung der Lungenvolumina ist es dem Arzt möglich, Erkrankungen der Lunge zu diagnostizieren und in ihrem Verlauf zu kontrollieren. Folgende Werte können mit Hilfe der Spirometrie gemessen werden:

  • Atemzugvolumen (AZV): Es entspricht dem ein- bzw. ausgeatmeten Volumen bei normalem Atemzug.

  • Inspiratorisches Reservevolumen (IRV): Dies ist das Volumen, das nach normaler Einatmung noch zusätzlich eingeatmet werden kann.

  • Expiratorisches Reservevolumen (ERV): Es ist das Volumen, das nach normaler Ausatmung noch zusätzlich ausgeatmet werden kann.

  • Inspiratorische Kapazität (IC): Sie ist definiert als das Volumen, das nach normalem Ausatmen maximal eingeatmet werden kann.

  • Vitalkapazität (VC) ist das Volumen, das nach maximaler Einatmung maximal ausgeatmet werden kann.

  • Einsekundenkapazität (FEV1, Tiffeneau-Test) ist das Volumen, das bei maximaler Einatmung in einer Sekunde maximal ausgeatmet werden kann.

Diese Messgrößen helfen beispielsweise zwischen den beiden Hauptgruppen von Lungenerkrankungen zu unterscheiden:

  • Obstruktive Lungenerkrankungen: Sie werden durch eine Verengung der Atemwege verursacht, z.B. durch Asthma oder COPD (englisch: Chronic obstructive pulmonary disease = chronische verengte Lungenerkrankung)

  • Restriktive Lungenerkrankungen: Dabei sind Lunge und/oder Brustkorb vermindert dehnbar. Beispiele sind Lungenverhärtung (Lungenfibrose), Flüssigkeitsansammlung im Lungenspalt (Pleuraerguss) oder ein hoch stehendes Zwerchfell (Zwerchfellparese).

Wie läuft die Spirometrie ab?

Der Patient atmet über ein Mundstück ein bzw. aus. Das Mundstück ist, wie bereits beschrieben, mit einem Spirometer verbunden. Zur Erfassung der verschiedenen Messgrößen muss der Patient die Anweisungen des Untersuchenden bezüglich Ein- und Ausatmung genau befolgen. Sonst werden falsche Werte gemessen, die wiederum zu falschen Rückschlüssen bei der Behandlung führen können. Die Untersuchung hängt somit von einer gute Mitarbeit des Patienten ab.

Die Lunge

Die Lunge ist das Aufnahmeorgan für Sauerstoff. Sauerstoff ist die Grundlage allen Lebens. Kaum ein Vorgang im Körper funktioniert ohne ihn. Dafür nimmt ein Mensch über die Atemwege täglich zwischen 10.000 und 20.000 Liter Luft auf, ein Fünftel davon ist Sauerstoff. Über Mund und Nase gelangt die Luft in den Rachen und die Luftröhre. Letztere teilt sich im Brustkorb in einen rechten und linken Ast (Hauptbronchus). Beide verzweigen sich in den Lungenflügeln immer mehr in unzählige kleine Äste ( Bronchien und Bronchiolen). Am Ende dieses Luftkanal-Systems befinden sich die Lungenbläschen (Alveolen). Erst hier findet der eigentliche Gasaustausch mit dem Blut statt - Kohlendioxid gegen frischen Sauerstoff.

Reinigung der Luft

Die Atmung sollte am besten über die Nase erfolgen, weil die Luft hier vorgereinigt, gewärmt und angefeuchtet wird. Doch auch die gesunde Lunge kann eingeatmete Fremdstoffe noch loswerden. Die Bronchien sind nämlich mit einer speziellen Schleimhaut ausgestattet. Sie produziert einen zähflüssigen Schleim, an dem eingeatmete Partikel oder Staub kleben bleiben. Zusätzlich befinden sich in dieser Schleimhaut auch Milliarden kleinster Flimmerhärchen. Wie Getreideähren bewegen sie sich im Wind und befördern so Schleim und Dreck wieder aus der Lunge. Dieser Schleim wird reflexartig ausgehustet oder auch unwillkürlich verschluckt.

Aufbau der Lunge

Die Lunge füllt den Brustkorb fast vollständig aus und teilt sich in einen linken und einen rechten Lungenflügel. Beide haben annähernd die Form eines Kegels und liegen mit ihrer Spitze direkt unter den Schlüsselbeinen. Mit der breiten Basis liegen sie dem Zwerchfell (Diaphragma) auf. Dieses ist der wichtigste Atemmuskel - eine Muskelplatte, die den Bauchraum von der Brusthöhle trennt. Beide Lungenanteile untergliedern sich noch in mehrere Lappen und Läppchen. Ein Lungenläppchen wiederum besteht aus vielen luftgefüllten Lungenbläschen (Alveolen). Der Mensch besitzt etwa 300 Millionen Lungenbläschen.

Mechanik der Atmung

Der Brustkorb ist innen von einer Haut (Pleura, Rippenfell) bedeckt. Auch die Lunge ist von Pleura (Lungenfell) überzogen, zwischen beiden liegt ein dünner Flüssigkeitsfilm. Dadurch können sich Lunge und Brustkorb gegeneinander verschieben, sich aber nicht vollständig voneinander lösen. Die Lunge macht so jede Bewegung des Brustkorbs mit.

Das Einatmen ist ein aktiver Vorgang, der durch Muskelbewegung ermöglicht wird. Zu den wichtigsten Atemmuskeln zählen die Zwischenrippenmuskeln und das Zwerchfell. Neben dieser "Atempumpe" gibt es eine Reihe anderer Muskeln, die ebenfalls an der Atmung beteiligt sind. Dazu gehören beispielsweise die Brust- und die Rückenmuskulatur. Sie werden auch Atemhilfsmuskeln genannt.

Durch das Zusammenspiel dieser Muskeln wird der Brustkorb gedehnt. Da sich die Lunge nicht vom Brustkorb entfernen kann, wird sie ebenfalls entfaltet. In der Lunge entsteht so ein Unterdruck: die eingeatmete Luft wird angesaugt. Beim Ausatmen entspannen sich die Atemmuskeln, wodurch der Brustkorb wieder enger und die Luft aus der Lunge gepresst wird. Dieser Vorgang kann allerdings durch aktives Anspannen der Bauchmuskulatur unterstützt werden. Pro Tag bewegt sich unsere Lunge etwa 20.000 Mal, ein Erwachsener atmet dabei pro Atemzug etwa einen halben Liter Luft ein und aus. Normal sind 12 bis 18 Atemzüge pro Minute. Bei schwerer Arbeit oder Sport werden aber sowohl die Frequenz als auch das Atemzugvolumen deutlich gesteigert.