"Plötzlicher Herztod"-Check

Was wird untersucht?
Unsere Praxis besitzt seit 2002 ein modernes Langzeit-EKG-Gerät, das über eine Vielzahl neuer Untersuchungsmöglichkeiten verfügt. Hierbei handelt es sich insbesondere um die sogenannte Vektorkardiografie und das Oberflächen-EKG zur Analyse von sog. Spätpotentialen und des Herzfrequenzspektrums. Diese Methoden stammen aus der Elektrophysiologie des Herzen und erlauben eine wesentlich genauere Vorhersage über die Gefahr des sogenannten Sekundenherztodes.

Dem Sekundenherztod liegt zumeist ein Kammerflimmern zugrunde, in der Regel auf dem Boden einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels (Koronare Herzkrankheit) oder einer Herzmuskelschwäche (Kardiomyopathie), die oft bis zu diesem folgenschweren Ereignis unbekannt sind.

Werden durch solche moderne EKG-Methoden entsprechende Vorzeichen erkannt, gibt es effektive Therapiemöglichkeiten zur Vermeidung dieser schwerwiegenden Herzrhythmusstörung. Mittels eines Langzeit-EKGs werden die erforderlichen Daten aufgezeichnet, die wir dann als Chip an ein kardiologische Praxis weiterleiten, wo sie an einem Grossrechner ausgewertet werden.

Plötzlicher Herztod
liegt vor, wenn das Herz völlig unerwartet und häufig ohne Warnanzeichen aufhört zu schlagen bzw. ein Kreislaufstillstand durch sogenanntes "Herzflimmern" eintritt. Er führt in über 90 Prozent der Fälle zum Tod. In Deutschland sterben jährlich mehr als 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod.

Ursachen für den plötzlichen Herztod
Die häufigste Ursache, die zum plötzlichen Herztod führt, sind (ventrikuläre) Herzrhythmusstörungen (Kammertachykardie und Kammerflimmern).
Bei der Mehrzahl der Patienten, die durch einen plötzlichen Herztod bedroht sind, liegt eine koronare Herzerkrankung vor. Selten können genetisch vererbte Defekte wie Herzrhythmusstörungen (Long QT-Syndrom, Brugada-Syndrom) oder Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien) die Ursache des Herz- bzw. Kreislaufstillstands sein.

Kammerflimmern
Die einzelnen Herzmuskelfasern pulsieren dann nicht mehr regelmäßig, sondern zucken chaotisch durcheinander. Es kommt zum Kammerflimmern (ventrikuläre Tachyarrhythmie), bei der das Herz sich mehr als 250 Mal in der Minute zusammenzieht. Beim Kammerflimmern schafft es das Herz nicht mehr, genügend Blut durch den Körper zu pumpen. Das Gehirn bekommt zu wenig Blut und Sauerstoff. Der Betroffene wird bewusstlos und sackt zusammen.

Risiken
Personen, die bereits einen plötzlichen "Herzstillstand" hinter sich haben, sind stark gefährdet, innerhalb eines Jahres einen erneuten "Herzstillstand" zu erleiden. Auch ein vorausgegangener Herzinfarkt und Fälle von plötzlichen Herzstillstand in der engeren Familie erhöhen das Risiko für den plötzlichen Herztod.

  • Erste Hilfe durch den Arzt
    Nur ein Elektroschock kann bei "Herzflimmern" den normalen Herzrhythmus wiederherstellen und das elektrische Chaos im Herzen beseitigen. Geschieht dies innerhalb von drei Minuten, bestehen sehr gute Chancen, dass der Betroffene dieses Ereignis ohne Folgeschäden überlebt. Hierzu muss zunächst eine fachkundige Erste Hilfe und dann innerhalb der nächsten Minuten ein Arzt zur Stelle sein, um den "lebensrettenden Schock" (Defibrillation) durchzuführen. Da aber in den seltensten Fällen sowohl ein Arzt, als auch ein Defibrillator zur Stelle ist, liegt die Überlebensrate beim plötzlichen Herztod daher derzeit unter einem Prozent.

  • Überlebensrate mit dem Laiendefibrillator - am Beispiel USA
    Die Industrie hat in den vergangenen Jahren einen Defibrillator entwickelt, der leicht von Laien zu bedienen ist. In den USA ist man daher dazu übergegangen, an stark frequentierten Plätzen wie Flughäfen mobile Defibrillatoren zu installieren. Ähnliche Bestrebungen hierzu gibt es nun auch in Europa.