Impfungen für Erwachsene
Wer gibt vor, was geimpft werden soll?

Die genannten Impfungen sind Empfehlungen eines hochrangigen Expertengremiums unabhängiger Wissenschaftler, das dem staatlichen Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin angegliedert ist.
Diese "Ständige Impfkommission" (STIKO) empfiehlt auf dem Boden neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Volksgesundheit sinnvolle Impfungen, deren Kosten dann von den Krankenkassen weitgehend übernommen werden. So wird gesundheitlichen Schäden vorgebeugt.
Warum überhaupt impfen?
Ganz grob lässt sich bei heimischen Infektionskrankheiten unterscheiden zwischen bakteriellen und viralen Infektionskrankheiten. Bakterielle Infektionen können wir mit Antibiotika behandeln, gegen die meisten Virusinfektionen haben wir dagegen keine Mittel und müssen meist ihren Verlauf abwarten. So z.B. auch bei den allermeisten Erkältungskrankheiten.
Jeder einzelne von uns macht während seines Lebens zahlreiche Virus-Krankheiten durch, die oft lebenslange Immunität hinterlassen. Viele dieser Erkrankungen sind harmlos, aber einige können ernste Komplikationen haben. Z.B. erkranken an Masern weltweit jährlich ca. 100.000 Menschen, ca. 4.500 von ihnen müssen deshalb ins Krankenhaus, ca. 1 von 1.000 Masern-Kindern erleidet laut RKI eine dauerhafte Hirnschädigung, die durch eine Impfung vermeidbar gewesen wäre. Diese und ähnliche Schäden zu verhindern, ist Aufgabe von uns allen, indem wir uns selbst schützen und als Überträger für diese Infektionen ausscheiden.
So ist es gelungen, die Pocken auszurotten. Die Ausrottung der Poliomyelitis (Kinderlähmung) ist in Europa bereits gelungen, weltweit sind wir nahe daran. Die Diphtherie war seit 50 Jahren in Deutschland verschwunden, durch Zuzug vieler Osteuropäer bes. aus Russland sind wir aber dieser Erkrankung theoretisch wieder ausgesetzt, was die Impfung begründet.
Haben Impfungen Nebenwirkungen?
Ernste Nebenwirkungen sind bei den modernen Impfstoffen extrem selten. Das Bundesseuchengesetz garantiert sogar eine Entschädigung für den Fall eines impfbedingten Langzeitschadens. Selten kommt es mal zu Unverträglichkeitserscheinungen gegen den Impfstoff im Bereich der Haut mit Schwellung und Rötung. Sie sollten in diesem Falle lokal kühlen.
Wohin wird eigentlich geimpft?
Vorzugsweise in den seitlichen Oberarmmuskel, bei Kleinkindern auch in den Gesäßmuskel.
Belastet die Impfung nicht mein Immunsystem?
Wie bei jedem banalen Infekt fordert auch eine Impfung eine Immunantwort - und das ist gut so, denn die körpereigene Abwehr soll ja einen spezifischen Schutz aufbauen. Nur bei z. B. schwer Erkrankten mit massiver Immunschwäche (z. B. sympt. HIV-Infektion u.ä.), die mit Lebendimpfstoffen geimpft werden sollen, bedarf es der genauen Abwägung. Gerade Senioren und chronisch Kranke benötigen einen guten Impfschutz, da sie anfälliger sind und i.d.R. schwerer erkranken. Die STIKO empfiehlt daher für diese Gruppe die Pneumokokken- und Grippeimpfung.
Und wer zahlt das alles?
Die von der STIKO (Ständige Impfkommission) generell empfohlenen Impfungen werden in der Regel von den Krankenkassen getragen.
Und wenn ich verreise?
Im weiteren, vor allem (sub-)tropischen Ausland bedarf es je nach Region einer besonderen gesundheitlichen Vorsorge. Diese ist je nach Reiseziel sehr unterschiedlich. Bitte lesen Sie hierzu unter „Privatleistungen, Reisemedizin, Auslandsimpfungen“ nach!
Wann darf nicht geimpft werden?
Bei Fieber und (selten auftretender) Überempfindlichkeit gegen den Impfstoff.
Um welche Impfungen geht es?
Tetanus(=Wundstarrkrampf) / Diphtherie - Kombination
- Auffrischung in (5-)10 jährigen Abständen
Poliomyelitis (=Kinderlähmung)
- Schluckimpfung von Lebendimpfstoff wurde abgeschafft
- Alle Personen ohne Grundimmunisierung erhalten drei dokumentierte Impfungen. Da seit 1960 Routineimpfung im Säuglingsalter, bei Erwachsenen inzw. keine Routineauffrischungen mehr
- (Vorsicht: wichtig bei Auslandsreisen, dann privat)
Frühsommermeningoenzephalitis FSME
- (=Zeckenvirus-vermittelte Hirnentzündung)
- Grundimmunisierung: Monat 0, 1 und 12, Auffrischung alle 3-5 Jahre
- Schnellimpfung möglich: Tage 0, 7 und 21 z.B. vor dem Urlaub
Influenza (=Grippe)
- jährliche Impfung im Herbst für jeden, besondere Gefährdung z.B. in öffentl. Einrichtungen und für chronisch Kranke (z.B. Asthmatiker, Allergiker, Diabetiker usw.)
Pneumokokken-Pneumonie
- gegen die Erreger der bakteriellen Lungenentzündung
- für alle chron. Kranken (z.B. Asthmatiker, Herzkranke)
- für alle ab dem 60. Lebensjahr
- Grundimmunisierung einmalig, Auffrischung alle 6 Jahre
Wichtige Information zu Hepatitis- und anderen Auslandsimpfungen
Wegen der durch moderne Labormethoden bekannt gewordene hohe Durchseuchung auch der deutschen Bevölkerung mit Hepatitis B und C empfehlen wir jedem eine Hepatitis-Impfung. Hepatitis B und C können eine chronische Leberentzündung mit Folgen wie tödlicher Leberzirrhose und Leberkrebs verursachen. Beide Krankheiten werden durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten (z.B. Sexualverkehr, Transfusionen, verunreinigte Instrumente u.v.m.) übertragen und sind noch infektiöser als eine HIV-Infektion (AIDS-Virus). Gegen die Hepatitis C gibt es noch keinen Impfstoff, wohl aber gegen die Hepatitis B und Hepatitis A, einer nicht chronisch verlaufenden Leberentzündung durch verunreinigte Lebensmittel. Die Impfung gegen Hepatitis A+B besteht aus drei Injektionen (Zeitpunkte 0,1 und 6 Monate) und schützt Sie ca. 10 Jahre.
Für Menschen bis zum 18. Lebensjahr ist die Hepatitis-Impfung eine Kassenleistung, gesetzlich Versicherte ab diesem Alter müssen die Kosten der Impfung oft selbst tragen. In Anbetracht der möglichen Schwere einer Hepatitis empfehlen wir grundsätzlich jedem, sich impfen zu lassen.
Neu seit 2007: Reiseimpfungen oft auch auf Kasse
Viele Ersatzkrankenkassen und Betriebskrankenkassen zahlen inzwischen Auslandsreiseimpfungen wie gegen Hepatitis sowie die Malariaprophylaxe. Wie sich Ihre Krankenkasse dabei verhält, erfahren Sie im Internet unter: www.crm.de/krankenkassen/kk_tabelle_kassen.htm

