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Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Das Präparat Gardasil (vom Pharmaunternehmen MSD) ist als erster Impfstoff zur Zervixkarzinom-Impfung Ende 2006 in Deutschland zugelassen.

Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) ist in Deutschland nach Brustkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache bei jungen Frauen. Humane Papillomaviren (HPV) sind wiederum die Hauptursache von Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen. Die HPV werden durch Geschlechtsverkehr übertragen und zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Viruserkrankungen.

Der Impfstoff Gardasil wendet sich gegen die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18, die insgesamt etwa 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs auslösen. Ebenfalls gegen gegen HPV 6 und 11 richtet sich Gardasil, die über 90 Prozent der Genitalwarzen verursachen.

Zurzeit müssen in Hessen die Kosten für die HPV-Impfung noch vorgestreckt werden, die meisten gesetzlichen Krankenkassen erstatten den Impfstoff und die Impfkosten nach Vorlage der Quittungen bzw. Rechnungen! Setzen Sie sich zuvor mit Ihrer Krankenkasse zur Klärung der Kostenübernahme in Verbindung!! (Stand 1/08)

Es geht vor allem darum, durch die Impfung Teenager vor einer HPV-Infektion schützen, die sexuell übertragen wird. Der neue Impfstoff ist in den USA nur für alle Mädchen und Frauen im Alter von 9 bis 26 Jahren zugelassen. In Europa hingegen kann es zusätzlich auch bei Jungen zwischen 9 bis 15 Jahren eingesetzt werden. Sinnvollerweise sollte die Impfung (3x) vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Daher wird In den USA die Impfung für die weiblichen US-Teenager im Alter von 11 bis 12 Jahren empfohlen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hatte Gardasil auf diesem Hintergrund bereits Mitte 2006 zugelassen.

Anwendung

Gardasil ist ein Impfstoff zur Prävention von hochgradigen Dysplasien (Zellveränderungen als Vorstufen des Krebswachstums) des Gebärmutterhalses, Gebärmutterhalskrebs, hochgradigen dysplastischen Läsionen der Vulva (äußere Genitalorgane der Frau) sowie von äußeren Genitalwarzen, die durch die Typen 6, 11, 16 und 18 des humanen Papillomvirus (HPV) verursacht werden. Die Indikation beruht auf dem Nachweis der Wirksamkeit von Gardasil bei erwachsenen Frauen von 16 bis 26 Jahren und dem Nachweis der Immunogenität von Gardasil  bei Kindern und Jugendlichen von 9 bis 15 Jahren. Die protektive Wirksamkeit bei Männern wurde nicht untersucht (Fachinformation)

Eigenschaften

Gardasil weist in seiner Struktur virusähnliche Partikel der HPV-Viren. Die Partikel sind nicht infektiös, sie verursachen jedoch eine Immunreaktion des Körpers.

Dosierung

Die Grundimmunisierung besteht aus 3 Einzeldosen zu je 0,5 ml, die gemäß folgendem Schema verabreicht werden: 0, 2, 6 Monate. Sollte ein hiervon abweichendes Impfschema erforderlich sein, ist die zweite Dosis frühestens einen Monat nach der ersten und die dritte frühestens drei Monate nach der zweiten Dosis zu verabreichen. Alle drei Dosierungen Dosen sind innerhalb von 12 Monaten zu verabreichen. Ob eine Auffrischimpfung erforderlich ist, ist derzeit noch nicht bekannt. Der Impfstoff Gardail ist intramuskulär (i.m.) zu verabreichen (Fachinformation)

Nebenwirkungen

Die sehr häufigsten Nebenwirkungen waren: Fieber, Reaktionen an der Injektionsstelle (Rötung, Schmerz, Schwellung). 

Wirkung

Die Wirkung von Gardasil  wurde in 4 placebokontrollierten, randomisierten Studien der Phasen II und III mit insgesamt 20.541 Frauen von 16 bis 26 Jahren untersucht. Die beiden Phase III Studien Future I und II laufen noch weiter. Als Endpunkte der Studien waren die HPV 6, 11, 16 bzw. 18 assoziierte Läsionen: Genitalwarzen, Gebärmutterhals-Dysplasien als Vorhersagekriterien für Gebärmutterhalskrebs. 

Nach den bisherigen Erkenntnissen dieser Studien schützt Gardasil® zu 100 Prozent vor HPV 16 und 18,  allerdings nur, wenn noch keine Infektion erfolgt ist (HPV-Test:  Gebärmutterhals-Abstrich und Nachweis mittels PCR-Test).

Wirksamkeit bei Probanden mit bestehender oder vorangegangener Infektion: Für Probanden, die bei Studieneinschluss PCR-positiv und/oder seropositiv waren, gibt es keinen hinreichenden Beleg für einen Schutz vor Erkrankungen durch die entsprechenden HPV-Typen. Personen, die sich vor der Impfung bereits mit einem oder mehreren  Impfstoff-HPV-Typen infiziert hatten, waren jedoch vor einer klinischen Erkrankung durch die übrigen Impfstoff-HPV-Typen geschützt (Fachinformation).

Der Hersteller betont, dass die Impfung mit Gardasil  kein Ersatz für Routineuntersuchungen zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge ist. 

Fazit

Gebärmutterhalskrebs ist in Deutschland nach Brustkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache bei jungen Frauen. Gebärmutterhalskrebs ist häufig durch HPV-Viren verursacht. Daher ist der neue Impfstoff Gardasil gegen die HPV-Viren ein wichtiger Schritt bei den Vorsorge-Massnahmen gegen Gebärmutterhalskrebs.

Nach den bisherigen Erkenntnissen schützt Gardasil® Frauen, die sich noch nicht mit dem im Impfstoff vorhandenen HPV-Typen angesteckt haben. Wirksamkeit von Gardasil bei Frauen mit bestehender oder vorangegangener HPV-Infektion ist noch nicht hinreichend belegt. Daher würde der Einsatz von Gardasil vor allem bei jungen Mädchen und Frauen, die noch nicht sexuell aktiv sind, Sinn machen.