Jugendgesundheits Untersuchung J1 Arzt Hausarzt Fulda Künzell
Jugendgesundheitsuntersuchung - Was ist das?
Die Jugendgesundheitsuntersuchung (auch J1 genannt)

Seit bereits 1998 steht den 12-15-Jährigen die Jugendgesundheitsuntersuchung (J1) als gesetzliche Vorsorgeleistung jeder Krankenkasse zu Verfügung. Sie ist somit im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung die einzige Vorsorgeuntersuchung zwischen der Kindervorsorge (U9, 5. Lebensjahr) und dem sog. Check-Up (ab 35. Lebensjahr).
Sie soll Jugendlichen, die in der Pubertät neue Körpererfahrungen machen, die Gelegenheit geben, ihre Fragen vertrauensvoll mit einem Arzt zu besprechen und sie soll helfen, krankhaften Entwicklungen vorzubeugen.
Arzt des Vertrauens
Oft fällt es einem Jugendlichen erstmal schwer, sich einem Gespräch und einer körperlichen Untersuchung durch einen Arzt zu öffnen. Auf der anderen Seite drängen sie/ihn z.B. Fragen wie: „Warum kann ich mich so schlecht konzentrieren?“ oder „Bin ich zu dick oder zu dünn?“ u.v.m.
Für viele Heranwachsende, die sich nicht mehr als Kinder fühlen und den Gang zum Kinderarzt nicht mehr wünschen, ist die J1 ein guter Einstieg, für einen Wechsel zum Hausarzt und Allgemeinmediziner. Für die, die schon als Kinder zum Hausarzt gekommen sind, wenn sie krank waren, ist dieser eine vertraute Person, von der sie sich auch untersuchen lassen.
Groß (erwachsen) werden heisst auch: Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. In den meisten Fällen können und sollten die Jugendlichen allein zur J1 kommen. Der Arzt ist – ausser bei schwerwiegenden Störungen – auch den Eltern gegenüber an seine ärztliche Schweigepflicht gebunden.
Pubertät - eine Achterbahn der Gefühle
Wenn Kinder in die Pubertät kommen, herrscht in vielen Familien der Ausnahmezustand! Von einem Tag auf den anderen wird aus dem süßen Frechdachs ein herausfordernder Teenager. Und das ist oft nicht einmal sein böser Wille. Der junge Mensch kann nicht anders! Zwischen dem 11. und 16. Lebensjahr stehen grosse körperliche, aber auch seelisch Veränderungen an, die mit dem Verstand so schnell gar nicht zu begreifen sind. Das stellt nicht nur die Jugendlichen, sondern auch Eltern und Geschwister vor große Herausforderungen und wirft viele Fragen auf.
Die J1 hilft diese Fragen zu klären und vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen.
Was wird bei der J1 untersucht?
Wir prüfen/untersuchen/achten auf:
- Grösse, Gewicht und Blutdruck
- Urin auf Diabetes, Harnwegsinfekte u.a.
- Seh- und Hörstörungen
- Haltungsschäden und Wachstumsstörungen
- Pubertätsentwicklung
- Allergien
- familiäre Erkrankungen
- motorische und seelische Entwicklungsstörungen
- Schilddrüsenstörungen (bes. Kropfbildung)
- Essstörungen
- Suchtprobleme (Drogen, Computerspiele etc.)
- schulische und soziale Probleme
und alles unter Beachtung der Intimsphäre!

Von besonderer Bedeutung bei der J1 ist die Überprüfung des Impfpasses, der unbedingt mitzubringen ist. Geprüft wird insbes. der Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung, Mumps, Masern, Röteln und Keuchhusten, hier sind häufig Auffrischungen nötig. Viele Jugendliche sind leider immer noch nicht gegen Hepatitis B geimpft, einer folgenschweren Virusentzündung der Leber. Neu aufgenommen in der Impfkatalog wurde die Impfung gegen Windpocken für alle, die noch keine Windpocken durchlaufen haben.
Von besonderer Bedeutung und seit 2007 neu für junge Frauen und Mädchen: die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs, die nun auch von den Krankenkassen erstattet wird. Weiteres ist hier dazu nachzulesen.
Gute Gründe für die J1
Aus statistischen Untersuchungen wissen wir, dass:
- jeder 3. Jugendliche eine Schilddrüsenvergrösserung (Struma) hat
- jede 3. 15-Jährige und jeder 4. 15-Jährige raucht
- der erste Geschlechtsverkehr bei 7 % vor dem 14. Lebensjahr stattfindet
- jährlich in Deutschland mindestens 10.000 Minderjährige schwanger werden
- die Rate der Schwangerschaftsabbrüche kontinuierlich steigt
- Geschlechtskrankheiten bei den 20- bis 24-jährigen am häufigsten ist
- Essstörungen bei Jugendlichen weiter zunehmen (Magersucht 1 %, Bulimie 3%)
- jeder 10. Jugendliche übergewichtig ist
- aufgrund von Übergewicht immer mehr junge Männer ausgemustert werden
- das Diabetesrisiko für Kinder und Jugendliche weiter zunimmt
- die Impfraten zunehmend nachlassen
Also:
Impfpass und Chipkarte der Krankenkasse mitbringen und zur J1 kommen. Wir beissen nicht!
