Krebsvorsorge der Krankenkasse Arzt Hausarzt Fulda Künzell
Krebsvorsorge Richtlinien der gesetzlichen Krankenkassen
In Deutschland nehmen derzeit ca. 50 % der Frauen und 19 % der Männer am Krebsfrüherkennungsprogramm teil. Die Gründe für die besonders bei Männern geringe Inanspruchnahme sind unterschiedlich (ungenügende Information, Angst vor der „Wahrheit“ u.a.). Jedes Jahr erkranken ca. 170.000 Männer und 180.000 Frauen neu an Krebs. Neben den Herzkreislauferkrankungen sind Krebserkrankungen damit die häufigste Todesursache in westlichen Ländern.
Die meisten Krebsneuerkrankungen bei der Frau betreffen mit großem Abstand den Brustkrebs (46.300 neue Fälle/Jahr), gefolgt von Dickdarmkrebs (29.900), Leukämien/Lymphknotenkrebs (10.400), Gebärmutterkörperkrebs (10.100), Magenkrebs (9.000), Lungenkrebs (8.900), Eierstockkrebs (7.400), Gebärmutterhalskrebs (7.000), Nierenkrebs (5.700), Bauchspeicheldrüsenkrebs (5.600) und Leber-Gallenblasenkrebs (5.300). D.h. ein Viertel aller weiblichen Krebsfälle entfallen auf die Brustdrüse, ca. 17 % auf den Dickdarm.
Die meisten Krebsneuerkrankungen beim Mann betreffen das Prostata-Karzinom (31.600 neue Fälle/Jahr), gefolgt von Lungenkrebs (27.900), Dickdarmkrebs (24.600), Leukämien / Lymphknotenkrebs (10.700), Harnblasenkrebs (10500), Nierenkrebs (9.500), Magenkrebs (8.300), Mundrachenkrebs (7.900), Bauchspeicheldrüsenkrebs (4.900), Leber-Gallenblasenkrebs (4.500) und Hodenkrebs (3.300). Die Hälfte aller Krebserkrankungen des Mannes entfallen somit auf Prostata, Lunge und Dickdarm.
Angebot der gesetzlichen Krankenkassen für Frauen:
- ab dem 20. Lebensjahr jährlich: Untersuchung des inneren Genitale mit Inspektion und Abtasten von Gebärmutterkörper und –hals und Eierstöcken sowie Zellabstrich vom Gebärmutterhals
- zusätzlich ab dem 30. Lebensjahr jährlich: Abtasten der Brustdrüsen und Achseln mit Anleitung zur regelmäßigen Selbstuntersuchung
- zusätzlich ab dem 50. - 69. Lebensjahr: Mammographie Untersuchung auf Brustkrebs vgl. www.ein-teil-von-mir.de/das_screening/screening_programm.php
Angebot der gesetzlichen Krankenkassen für Männer:
- ab dem 45. Lebensjahr jährlich: Untersuchung von Mastdarm, Prostata und äußerem Genitale (Leiste, Penis, Hoden) durch Inspektion und Abtasten.
(Die Bestimmung des sog. „PSA-Wertes“, einem Suchtest für das Prostatakarzinom, ist leider keine Kassenleistung, sollte aber nach Fachmeinung zum Vorsorgeprogramm gehören. Dieser Wert wird auch bei uns im Blut bestimmt.)
Angebot der gesetzlichen Krankenkassen für Frauen und Männer:
- zusätzlich ab dem 50. Lebensjahr jährlich: Abtasten des Mastdarms und Durchführung eines Schnelltests auf occultes (verstecktes) Blut im Stuhl („Stuhlbriefchen“)
- zusätzlich nach Vollendung des 55. Lebensjahres auf Wunsch des Patienten: entweder eine komplette Dickdarmspiegelung mit Wiederholung nach 10 Jahren - oder alle 2 Jahre ein Schnelltest auf occultes (verstecktes) Blut im Stuhl („Stuhlbriefchen“)
- neu gesetzlich verankerte Leistung für alle ab 35 seit 01.07.2008: die Vorsorge-Untersuchung Hautkrebs. Mehr hierzu weiter unten auf dieser Seite!
Früherkennung Dickdarmkrebs:
Programm der gesetzlichen Krankenkassen seit dem 01.10.2002
Der Dickdarmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten von Mann und Frau. Ein Großteil dieser bösartigen Veränderungen der Darmschleimhaut geht von sogenannten Darmpolypen aus, die familiär gehäuft auftreten können und über viele Jahre im Darm heranwachsen können, bis sie entarten, d. h. zum Krebs führen. Das ist der Grund, warum sich das Vorsorgeprogramm der gesetzlichen Krankenkassen geändert hat. Hier die aktuellen Bestimmungen:
Ab dem 56. Lebensjahr steht jedem Versicherten eine sogenannte Koloskopie zu. Das ist eine komplette Spiegelung des Dickdarmes vom After aus. Diese Untersuchung ist für Sie kostenlos und wird von bestimmten Spezialisten auch in Fulda durchgeführt.
Zur Vorbereitung für eine Koloskopie gehört die Reinigung des Darmes mittels gründlichen Abführmaßnahmen sowie eine Blutuntersuchung (kl. Blutbild und Gerinnung). Die Spiegelung wird meist ambulant durchgeführt und ist harmlos. Der Darm wird mit einem Gas aufgebläht, um ihn besser einzusehen. Dies kann leichten Beschwerden verursachen, weshalb oft ein linderndes Mittel vorab in Form einer Spritze verabreicht wird. Nach 10 Jahren kann diese Vorsorgeuntersuchung wiederholt werden. Für die Koloskopie sollten sich insbesondere solche Menschen entscheiden, die in der Familie (Verwandte 1. Grades oder Großeltern) Fälle von Dickdarmkrebs oder Darmpolypen hatten.
Alternative zur Darmspiegelung
Für den die Darmspiegelung nicht in Frage kommt, sind moderne immunologische Stuhltestverfahren eine gute Alternative. Lesen Sie mehr dazu hier.
