Ernährung bei Diabetes mellitus

Die meisten Diabetiker sind übergewichtig. Hier steht bei der Diätetik eine moderate Gewichtsabnahme im Vordergrund. Schon wenige Kilogramm (ca. 5 kg) reichen dabei, die Stoffwechsellage und Blutzuckersituation maßgeblich zu verbessern. Hierzu setzen wir die "Insulintrennkost" ein.
Insulintrennkost, was ist das?
Nichts verteidigt unser Körper beim Versuch abzunehmen so hartnäckig wie seine Fettreserven, diese Eigenschaft ist tief in unseren Überlebensgenen fixiert und macht uns das Pfunde verlieren so schwer.
Doch mit relativ wenigen Veränderungen im Essverhalten und vor allem ohne Hunger können Sie mit der „Insulintrennkost“ dauerhaft abnehmen und Ihr Gewicht dann auch halten.
Ziel der Ernährungsumstellung (wir sprechen bewusst nicht von „Diät“, denn es geht um das Umstellen auf ein anderes Essverhaltens) ist die Trennung zwischen den Tagmahlzeiten und der Abendmahlzeit in Bezug auf ihre Insulinreaktion.
Eine Betonung der Stärkekohlenhydrate am Tage (mit guter Sättigung und deutlicher Insulinreaktion) steht einer eiweissbetonten und kohlenhydratarmen Abendmahlzeit gegenüber. Diese Abendmahlzeit geht mit einer geringen Insulinantwort einher und begünstigt die nächtliche Fettverbrennung. Denn während wir tags hauptsächlich Kohlenhydrate zur Energiegewinnung verbrennen, wird nachts (hormonell und durch unseren Biorhythmus gesteuert) Energie zu 70 % durch Fettverbrennung gewonnen.
Nächtliche Insulinspiegel durch eine üppige und kohlenhydratreiche Abendkost verhindern die nächtliche Fettverbrennung dagegen und machen eine dauerhafte Gewichtsabnahme unmöglich.
Darüber hinaus ist zu empfehlen:
Vermeiden Sie, was den Blutzucker schnell hochtreibt:
- Kuchen, Kekse, Torte, Schokolade, Kakao, Haushaltszucker, Fruchtsäfte, Limonaden, Marmelade, Gelee, sonstige Süßigkeiten
- Nahrungsmittel mit folgenden Inhaltsstoffen (Zusammensetzung lesen!): Zucker, Fruktose, Fruchtzucker, Glukosesirup, Dextrose, Honig, Maissirup, natürliche Süßstoffe, Maisstärke, Fruchtsaftkonzentrate.
Diese Stoffe sind besonders enthalten in: Fertiggerichten, Ketchup, Soßen, Tiefkühlgerichten, Fast Food wie Hamburger, Hotdogs, Kartoffelchips etc.
Mager essen, weil Fett Übergewicht und die Zuckerkrankheit fördert:
- magere eiweißhaltige Nahrungsmittel bevorzugen: Hühnchen, Roast Beef, Putenfleisch, Schinken, Fisch, Quark, Joghurt
- Vermeide: Leberkäse, Speck, Würstchen, Hot Dogs, fette Käsesorten
- sichtbares Fett entfernen: Haut von Geflügel, Fettschwarte von Fleisch, Fett auf erkalteten Soßen etc.
- fettarm zubereiten: in Folien garen, beschichtete Pfannen nutzen, grillen, dünsten
- wenig zusätzliches Fett wie: Butter, Margarine, Sauerrahm, Mayonnaise, Sahne, Schmierkäse, Salatdressings etc.
Ballaststoffreich essen, weil so der Blutzucker beim Essen milder ansteigt:
Erlaubt, auch um sich satt zu essen, sind: Kartoffeln, Reis, Nudeln und dunkles Brot, am besten als Vollkornprodukte. Erlaubt sind auch frisches und tiefgekühltes Gemüse, Bohnen und Hülsenfrüchte, frisches Obst in kleineren Portionen (nicht aus Konserven)
Lebensmittel zur freien Verfügung:
Tomaten, Pilze, Radieschen, Salat, Zwiebeln, Fenchel, Kohl, Spinat, Zucchini, Sellerie, Grüne Bohnen, Gurken, Chicoree, Broccoli
Süßstoffe und „Diabetikerkost“
Cyclamat (z.B. Natreen), Aspartame und Acesulfam (z.B. Canderel oder Nutrasweet) sind unbedenklich (nicht in großen Mengen verzehren).
Auch wenn Produkte gekennzeichnet sind als „für Diabetiker geeignet“, weil mit Zuckerersatzstoffen oder mit Fruchtzucker oder anderen Zuckern zubereitet, erhöhen sie den Blutzucker und sind zu berücksichtigen!
Alkohol:
Alkohol ist in höherer Konzentration ein Zellgift und ab einer Mindestdosis schädlich. Bis zu 150 ml trockener Wein oder ein Diabetikerbier 0,33 l täglich sind aber erlaubt. D.h.: Dosis nicht überschreiten! Aufpassen: Alkohol kann auch Unterzuckerungen verstärken (bes. in Kombination mit Tabletten oder Insulin)!

