Schlafapnoe nächtliche Atempausen Atemaussetzer Schlafstörungen Arzt Hausarzt Fulda Künzell Micro Mesam
Schlafapnoe

Ab wann ist Schnarchen nicht mehr harmlos?
Was ist Schlafapnoe?
Lautes unregelmäßiges Schnarchen, das durch Atemstillstände (Apnoen) von mehr als 10 Sekunden Dauer unterbrochen wird, weist auf eine folgenschwere Erkrankung hin: die Schlafapnoe. Bei der obstruktiven Schlafapnoe bleibt dem Erkrankten mindestens 10 mal pro Stunde die Luft weg. Obstruktion heißt Verschluss, während des Einatmens verschließt sich durch eine übermässige Erschlaffung der Schlund- und Mundbodenmuskulatur der Rachen, es kann kein Sauerstoff in die Lunge gelangen, der Patient droht zu ersticken.
Anstatt sich im Schlaf zu erholen, durchlebt der Apnoiker eine nächtliche Stresssituation. Es kommt zu wiederholtem Aufwachen, das ihm meist nicht bewußt wird, Tiefschlaf wird kaum noch erreicht. Der Sauerstoffmangel führt zur Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin, die Folgen sind lebensgefährliche Herzkreislaufstörungen.
Die Erkrankung ist häufig, die Dunkelziffer hoch. In Deutschland sollen 4 Mio. betroffen sein, nur 5 % sind als solche erkannt.
Die Symptome und mögliche Folgen:
- lautes, unregelmäßiges Schnarchen
- nächtliches Schwitzen, Harndrang, Mundtrockenheit
- Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche, Leistungsdefizit, Gereiztheit
- morgendliche Kopfschmerzen, Schwindel
- Albträume
- Depressionen
- Impotenz
- Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, plötzlicher Herztod, Schlaganfall
- nächtliches Nasenbluten
- krankhafte Vermehrung der roten Blutkörperchen
- erhöhte Unfallgefahr durch Sekundenschlaf am Steuer
Die Risiko-Faktoren
- starkes Übergewicht als wichtigstes Risiko
- üppige Mahlzeiten am Abend
- abendlicher Alkohol
- Rauchen
- Asthma und chronische Bronchitis
- Schlaf- und Beruhigungsmittel
- Schichtarbeit
- betroffene Verwandte
- männliches Geschlecht
- Bei Kindern besonders: Engstellen im Nasen-Rachen-Raum (verkrümmte Nasenscheidewand, große Mandeln etc.)
Die Diagnosestellung:
Lesen Sie hierzu bitte auch über unseren Schlafapnoe-Check.
Mit einem Screening-Gerät als Suchtest wird über eine dünne Nasensonde der nächtliche Atemfluß registriert und über Computer aufgezeichnet und ausgewertet. Bei einem kritischen Wert von ca. 10 Apnoen (Atemaussetzer) über 10 Sekunden Dauer in der Stunde ergibt sich die Indikation zur Untersuchung im Schlaflabor, wo zusätzlich nachts noch Sauerstoffsättigung im Blut, Hirnströme (EEG), Bewegungen von Schlund, Augen und Brustkorb sowie die Herztätigkeit im EKG u.a. überprüft werden.
Über ein solches Screening-Gerät verfügt seit 2004 unsere Praxis. Es wird ohne relevante Beeinträchtigung des Schlafs zuhause eine Nacht getragen, ist einfach zu bedienen und gibt zuverlässig Störungen des nächtlichen Atemflußes an. Die gespeicherten Daten dieses hochmodernen Gerätes werden über EDV ausgewertet und gfls. an den Lungenfacharzt weitergeleitet.
Die Therapie:
Sie hängt vom Ausmass der Erkrankung ab. Zunächst steht die Behandlung der Risikofaktoren im Vordergrund. Die nasale Überdruckbeatmung mit einer Atemmaske, die nachts im Bett getragen wird, stellt die einzige effektive Therapie dar, wenn der Abbau oben genannter Risikofaktoren nicht zum Erfolg geführt haben. Diese Behandlung wirkt rasch und gut, mögliche Nebenwirkungen können Druckstellen im Gesicht durch die Maske, Austrocknung der Schleimhäute, Augenreizungen und Störungen durch das Laufgeräusch des Kompressors sein. Moderne Geräte minimieren diese Nebenwirkungen. Die Therapie ist Leistung der Krankenkassen, ein Therapiegerät kostet zwischen 1500 und 5000 Euro.
