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Malaria – Wissenswertes für Ihre Reise

Jährlich erkranken ca. 1.000 Bundesbürger an einer vom Urlaub mitgebrachten Malaria, 10- 20 von ihnen sterben jedes Jahr daran. Die wenigsten von ihnen hatte sich vorher über vorbeugende Maßnahmen informiert und/oder diese umgesetzt.

Mit dieser Seite wollen wir Sie auf einige Dinge hinweisen, mit denen Sie Ihren Urlaub in den (Sub)-Tropen dann unbeschwert verbringen können

Malaria weltweit

Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Malariagebieten, jährlich erkranken ca. 200 Mio. Menschen daran, zu einem großen Anteil Kinder. Dies ist eine der Ursachen der hohen Kindersterblichkeit in der Dritten Welt.

Malaria tritt heute überall da auf, wo es ausreichend Wärme, Wasser und Menschen mit Malariaparasiten im Blut gibt. Dies erklärt, warum es in Wüstenregionen, in Höhen über 2500 m und z. B. in unserer mitteleuropäischen Region nur importierte Fälle von Malaria gibt.

 

Wie wird Malaria übertragen?

Weibliche Anopheles-Mücken übertragen bei Ihrem Stich mit dem Rüssel Malariaerreger ins menschliche Blut, von dort wandern sie in die

Leber, wo sie sich vermehren und nach frühestens 8 Tagen neuerlich ins Blut gelangen.

Hier befallen sie unter Fieberentwicklung die roten Blutkörperchen, dringen in sie ein und vermehren sich dort weiter, bis die Blutzellen platzen, es beginnt ein neuer, jetzt heftigerer  Zyklus mit Befall der Blutkörperchen usw.

 

Wie sieht Malaria aus?

Die Symptome gleichen einer Grippe mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, trockenem Hustenreiz, Übelkeit und bei Kindern und Senioren tritt gehäuft Durchfall auf. Die Symptome können auch einzeln und als einziger Hinweis auf eine Malaria auftreten.

Naselaufen findet sich i.d.R. nicht, so dass einige Mediziner verkürzt von der "Grippe ohne Schnupfen" als häufigem Malariasymptom sprechen.

Es werden drei Formen der Malariaer-krankungen unterschieden: die gefährlichste, die  Malaria tropica hat häufig intensivere Symptome als die Malaria tertiana oder quartana, die M. tropica macht aber einen Anteil von ca. 65 % der nach Deutschland importierten Fälle aus. Das oft in Büchern beschriebene 3-Tagefieber (Fieber-Rhythmus alle 48 oder 72 Stunden) als Symptom findet sich selten zu Beginn einer Malaria tertiana oder M. quartana. Malaria tropica hingegen geht einher mit unregelmäßigem, oft hohem Fieber. Denkbar hingegen ist eine Doppelinfektion mit mehreren Malariaarten.

 

Warum ist Malaria so gefährlich?

Wird die Malaria tropica nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, führt sie durch Verstopfung der kleinen Gefäße mit infizierten roten Blutkörperchen durch Multiorganversagen meist zum Tod.

Daher ist eine konsequente Vorbeugung und ggf. frühzeitige Diagnosestellung entscheidend.



Risikogruppen Kinder und Schwangere!

Schwangere und Kleinkinder sollten ihren Urlaub nicht in Malariagebieten verbringen. In der Schwangerschaft ist die Abwehrkraft vermindert, die Symptome einer Malaria können  wie auch bei Kindern untypisch sein, die Erkrankungsverläufe sind meist schwer.

Einige Malariamedikamente eignen sich zudem nicht zur Vorbeugung oder  Behandlung dieser Risikogruppen.

 

..und wie schütze ich mich am besten?

Sticht Sie keine Mücke, kann auch keine Malaria übertragen werden.

Eine solche "Expositionsprophylaxe" bedeutet:

  • Ab 17 Uhr lange, helle, am besten imprägnierte Kleidung tragen. Dies schreckt die nachtaktiven, dunkle Farben bevorzugenden Anophelesmücken ab.
  • Benutzen Sie für die freien Hautstellen ab 17 Uhr Repellentien, und benetzen Sie besonders die unteren freien Körperteile, die Malariamücke fliegt gerne bodennah. Bitte beachten Sie, dass die meisten Präparate eine auf 3-4 Std. begrenzte Wirkdauer haben, ggf. muss man sie  auftragen. In Deutschland handelsübliche Produkte sind meist schwach dosiert, verlangen Sie deshalb mindestens 30 %ige DEET oder kaufen Sie die Repellentien am Ankunftstag, sollten Sie nicht abends ankommen.
  • Sog. natürliche Repellentien sind zwar gut wirksam, ihre Wirkdauer ist i.d.R. jedoch viel zu kurz.
  • Vitamin B-Präparate helfen in Einzelfällen, sie sind jedoch bei den meisten Reisenden als Mückenabwehrmittel unwirksam.
  • In einigen Urlaubsländern werden DMP-haltige "Moskitocoils", auch "Espirales" genannt, verkauft, die wie Räucherstäbchen abbrennen und sehr wirksam die Insekten vertreiben. Sie werden in Deutschland nicht vertrieben.
  • Nutzen Sie die Windempfindlichkeit der Anophelesmücken: ein Ventilator, der Luft von Ihnen weg ventiliert - sog. Crossventilation - schreckt die Mücken ab. Geruch von Gebratenem und Alkohol, wie bei einem Grillabend auf der Terrasse / Garten, zieht die Anophelesmücken magisch an.

Mit diesen Maßnahmen vermindern sie das Risiko um 90 %!!

Da aber wenige Stiche meist doch nicht vermeidbar sind, empfiehlt sich je nach Region und Risikokonstellation eine zusätzliche Einnahme von Medikamenten, die die Vermehrung der Erreger verhindern sollen. Die Medikamente sollten vor Abreise, während des Aufenthaltes und  4 Wochen nach Rückkehr eingenommen werden.

Diese sogenannte "Chemoprophylaxe" vermindert das Erkrankungsrisko auch um 90 %, d. h. zusammen mit der Expositionsprophylaxe ist das Risiko um 99 % gemindert.

Natürlich fällt es vielen Leuten schwer, an die regelmäßige Einnahme der Chemoprophylaxe zu denken, sie erfordert Einsicht und Ausdauer, da ja kein Krankheitsgefühl besteht.

Sie gurten sich ja auch beim Autofahren an und wissen, dass wahrscheinlich nichts passiert.

Ob ein Medikament und ggf. welches für Sie in Frage kommt, klären Sie bitte im persönlichen Gespräch mit mir.

Gelegentlich reicht eine alleinige Mitnahme eines Therapeutikums, die sog. Standby-therapie, gegen die Malaria aus.

 

Ich glaube, ich habe Malaria !!

Bei Fieber und entsprechendem Reiseland kann es sich auch noch nach Monaten um eine Malaria handeln. Ein Blutausstrich und ein „Dicker Tropfen“ sollte so rasch wie möglich angefertigt werden. Das schafft meist innerhalb kurzer Zeit Klarheit über die Notwendigkeit einer Behandlung.

Eine rechtzeitig begonnene Therapie ist i.d.R. sehr erfolgreich, bei korrekter Behandlung kommen chronisch wiederkehrende Verläufe nicht vor.

 

Da gibt es doch einen Schnelltest ?!

Dies ist richtig. Der Schnelltest soll, wie bei einem Zuckertest, aus einem Blutstropfen eine Malaria nachweisen, um dann ggf. ein Standby-Medikament einnehmen zu können.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass mit dem Test eine lebensbedrohliche Erkrankung nicht mit Sicherheit  nachgewiesen werden kann (jeder 16. Malariaerkrankte zeigte einen unauffälligen Test).

Der Test muss also den wenigen Extrem­touris­ten in Malariagebieten als nicht ganz sicheres

Hilfsmittel vorbehalten bleiben, die nicht innerhalb von 24 h einen Arzt konsultieren können

 

Und noch ein paar Hinweise zum Schluss:

  • Expositionsprophylaxe ist mindestens so  wichtig wie die Chemo­prophylaxe.
  • Malariamedikamente sollten in entsprechender Dosierung auch nach Rückkehr in die Heimat mindestens 4 Wochen weiter eingenommen werden.
  • Malaria ist heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird.
  • Sagen Sie mir, falls Sie in die Tropen reisen oder wenn Sie von dort zurückkehren. Es ermöglicht mir die Vorbeugung und ggf. die Diagnostik zu Ihrem Nutzen.
  • Malaria kann in extrem seltenen Fällen auch unter Malaria-Chemoprophylaxe auftreten, das heißt:  Jedes Fieber nach Tropenaufenthalt ist Malaria-verdächtig !!

 

 

Beachten Sie diese Hinweise und Sie werden Ihre Reise genießen und gesund zurückkehren.

 

Besonderheiten für Afrika-Reisen

 

Als Tourist haben Sie ein hohes Risiko, an Malaria zu erkranken, falls Sie ohne Schutzmaßnahmen afrikanische Länder bereisen. Die überwiegende Zahl der nach Deutschland importierten Malaria­erkrankungen wurde in Afrika erworben. Im tropischen Afrika, d. h. südlich der Sahara bis zum Norden Namibias, Botswanas und Südafrikas überwiegt die gefährliche Malaria tropica, welche unbehandelt schon nach kurzer Zeit zum Tode führen kann. In diesen Gebieten wurden auch zahlreiche Resistenzen (Unempfindlichkeiten) gegen das Mittel Chloroquin beschrieben. Nördlich der Sahara tritt die Malaria sehr viel seltener auf.

Mückenstiche sind nicht immer vermeidbar. Deshalb wird gerade für Gebiete mit hohem Malariarisiko eine zusätzliche Prophylaxe durch Medikamente empfohlen. Leider gibt es derzeit kein ideales, überall einsetzbares, völlig nebenwirkungsfreies und 100 % wirksames Medikament. Aufgrund von Resistenzen ist die kontinuierliche Prophylaxe empfohlen. Welches Mittel nötig ist, hängt sehr von der bereisten Region, Dauer des Aufenthaltes, wechselnder Resistenzlage uvm. ab. Fragen Sie bitte in unserer Sprechstunde nach.

Das Risiko an Malaria zu erkranken wird durch die vorbeugende Einnahme der Medikamente beträchtlich verringert. Der Verlauf einer etwaigen Erkrankung wird eher abgeschwächt. Die Mitnahme  eines Medikamentes zur notfallmäßigen Selbstbehandlung der Malaria (auch Stand-by-Therapie genannt) kann bei nicht erreichbarer ärztlicher Versorgung empfohlen werden. Nach Selbstbehandlung ist eine ärztliche Kontrolle dringend anzuraten. Deshalb muss die für Sie geeignete Malariaprophylaxe individuell mit dem Arzt besprochen werden!

 

Besonderheiten für Reisen nach Mittel- und Südamerika

Die Malaria ist in Mittelamerika und den tropischen Ländern von Südamerika verbreitet. Während in Mittelamerika überwiegend die mildere Form (Malaria tertiana) vorkommt, gibt es im Amazonasgebiet mit seinen Zuläufen auch die gefährlichere Malaria tropica. Dort wurden auch zahlreiche Resistenzen (Unempfindlichkeiten) gegen das Malaria-Medikament Chloroquin beschrieben.

Bei geringem Malariarisiko kann (bei konsequentem Mückenschutz) unter Umständen auf die kontinuierliche medikamentöse Prophylaxe verzichtet werden und nur ein Notfall-Medikament (abhängig vom Reisegebiet z. B. Mefloquin oder Chloroquin) mitgeführt werden. Bei Malariaverdacht und nicht erreichbarer ärztlicher Versorgung kann dann eine notfallmäßige Selbstbehandlung (auch Stand-by-Therapie genannt) durchgeführt werden. Dies birgt aber ein höheres Erkrankungsrisiko als die regelmäßige, vorbeugende Einnahme. Nach einer Selbstbehandlung ist eine ärztliche Kontrolle dringend anzuraten. Deshalb muss die für Sie geeignete Malariaprophylaxe individuell mit dem Arzt besprochen werden.

Im Amazonasbecken und den Zuflussgebieten besteht ein Malariarisiko mit mehrfach resistenten Erregern. In diesem Gebiet wird eine Malariaprophylaxe z.B. mit Mefloquin empfohlen.

Das Küstengebiet am Pazifik hat ein geringes Malariarisiko. Hier wird nur die Mitnahme eines Notfall-Medikamentes Mefloquin empfohlen.

 

Besonderheiten für Asien-Reisen

Das Malariarisiko ist in Asien regional und auch jahreszeitlich sehr unterschiedlich. Im allgemeinen sind die Hauptstädte Asiens (Ausnahmen: Delhi, Rangun) sowie Gebiete im Himalaya-Gebiet oberhalb 2500 m malariafrei. In vielen Gebieten (vor allem in Südostasien) werden zudem zahlreiche Resistenzen (Unempfindlichkeiten) gegen Malaria-Medikamente, vor allem gegen Chloroquin, beschrieben. Deshalb muss die für Sie geeignete Malariaprophylaxe individuell mit dem Arzt besprochen werden.