Allergietherapie

Allergien sind häufig, 10-15 % der Bevölkerung sind von ihnen in irgendeiner Form betroffen. Das, wogegen man allergisch reagiert, nennen die Mediziner „Allergene“.

In unserer Praxis testen wir mittels des sogenannten „Pricktest-Verfahrens“, welche Allergien vorliegen. Hierbei werden die Allergene in Lösung auf den Unterarm getropft und mit einer feinen Lanzette wird die Haut leicht angeritzt und angehoben, was von den Patienten problemlos toleriert wird. An der Art der Reaktion (z.B. Quaddelbildung der Haut) erkennen wir eine Allergiebereitschaft gegen das entsprechend aufgetragene Allergen. Nach 15 Minuten lässt sich das Testergebnis ablesen. Mit diesem Verfahren können wir je nach Beschwerden folgende Allergene austesten: Baumpollen der sog. Früh-, Mittel- und Spätblüher, Gräser- und Getreidepollen (häufigste Allergene neben Birkenpollen), Schimmelpilze und Hausstaubmilben sowie diverse Tierhaare. Allergien gegen Industriestoffe, Chemikalien, Medikamente oder Nahrungsmittel können wir mit dieser Methode nicht klären, hier wären (manche) Haut- oder HNO-Ärzte zu konsultieren.

Alternativ zum Pricktestverfahren kommen auch immunologische Tests im Blut zur Suche nach dem Allergen in Frage (Speziallabor).

Leiden Sie nun unter einer Allergie, die mit den üblichen lindernden Mitteln (Augen/Nasentropfen oder Tabletten) nicht ausreichend zu behandeln ist wegen ihrer Schwere oder Länge der Beschwerden, so können wir in Abhängigkeit auch des Testverfahrens (s.o.) eine sogenannte Hyposensibilisierungs-Therapie einleiten. Als Alternative Behandlungsmethoden kommen Akupunktur und die Eigenbluttherapie in Frage.

Die Hyposensibilisierung (übersetzt „unempfindlich machen“) ähnelt dem Impfen und ist die einzige Ursachenbehandlung bei Pollenallergien und z.T. auch bei Milbenallergien. Darüber hinaus ist die Allergenvermeidung anzustreben, was leider im Alltag oft nicht möglich ist. Bei der Hyposensibilisierung spritzen wir in wöchentlichen Abständen (später dann nur noch in vierwöchigen Abständen) Ihre ausgetestete Allergenlösung am äußeren Arm unter die Haut und zwar in steigender Konzentration. Wichtig ist hierbei erstens Ihr regelmäßiges Erscheinen, denn nur dann macht die relativ teure Therapie Sinn, und zweitens, dass Sie nach der Impfung noch 30 Minuten in unserem Wartezimmer zur Überwachung verweilen, da selten schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten (die wir allerdings noch nicht gesehen haben). Relativ häufig kommt es daher zuhause dann zu einem leichten Anschwellen im Impfbereich der Haut, was meist mit Auflegen eines kalten nassen Lappen erledigt ist.

Die ganze Therapie erstreckt sich über etwa 3 Jahre. Nach wöchentlichen Spritzen im ersten Vierteljahr kommen wir in aller Regel danach mit monatlichen Spritzen aus.

So haben wir insgesamt sehr gute Chancen, Ihre Beschwerden dauerhaft zu lindern!